Barrierefreie Bilder in WordPress umsetzen

Ein praktischer Leitfaden für inklusive Websites

Barrierefreie Bilder sind ein zentraler Aspekt der digitalen Inklusion und sollten auf keiner Website fehlen. Mit WordPress, einem der weltweit beliebtesten Content-Management-Systeme, können barrierefreie Bilder mit wenigen Schritten eingefügt und optimiert werden. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine WordPress-Website barrierefrei gestalten kannst und welche Einstellungen dir dabei helfen.

Warum sind barrierefreie Bilder wichtig?

Barrierefreie Bilder tragen dazu bei, dass deine Website von allen Nutzer*innen verstanden und genutzt werden kann – unabhängig von individuellen Fähigkeiten. Für Menschen mit visuellen Einschränkungen, die auf Screenreader angewiesen sind, ist es essenziell, dass Bilder eine klare und aussagekräftige Beschreibung haben. Zudem profitiert deine Website von einer verbesserten Suchmaschinenoptimierung (SEO) und kann ein breiteres Publikum erreichen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für barrierefreie Bilder in WordPress

1. Alt-Text für Bilder hinzufügen

Der Alt-Text (Alternativtext) ist eine kurze Beschreibung des Bildinhalts, die Screenreader vorlesen können. So können Nutzer*innen, die das Bild nicht sehen können, den Inhalt dennoch verstehen.

  • Logge dich in dein WordPress-Dashboard ein und öffne den Menüpunkt „Medien“
  • Wähle ein Bild aus oder lade ein neues Bild hoch
  • Rechts im Bildbearbeitungsfenster siehst du das Feld „Alternativtext“. Gib hier eine präzise und treffende Beschreibung des Bildes ein, die den Kerninhalt erklärt
  • Speichere deine Änderungen. Nun kann der Alt-Text von Screenreadern erfasst und vorgelesen werden


Tipp: Ein guter Alt-Text ist kurz und enthält keine unnötigen Informationen. Beschreibe das Bild so, dass der Sinn im Kontext des Artikels verständlich wird.

Wie das in WordPress geht, siehst du im Video:

2. Bildunterschriften und detaillierte Beschreibungen hinzufügen

Neben dem Alt-Text kannst du auch eine Bildunterschrift oder Beschreibung hinzufügen, die für alle Nutzer*innen sichtbar ist. Besonders bei komplexen Bildern wie Infografiken oder Diagrammen sind Bildunterschriften hilfreich, um zusätzliche Informationen bereitzustellen.

Füge im Feld „Beschriftung“ eine kurze Erklärung ein, die unter dem Bild angezeigt wird.
Im Feld „Beschreibung“ hast du Platz für mehr Details. Dieser Bereich ist besonders für Screenreader relevant, wenn ein Bild komplexe oder erklärungsbedürftige Inhalte hat.

3. Warum du auf Text in Bildern verzichten solltest

Besonders für Menschen mit Sehbehinderungen sind Screenreader unverzichtbare Werkzeuge, um Inhalte zu erfassen. Diese Lesesoftware erkennt jedoch keinen Text, der in Bilder eingebettet ist. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass du keinen Text in Bilder einfügst, den Screenreader nicht erfassen können.

Verwendest du beispielsweise ein Bild mit einem Zitat, können Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind, diesen Text nicht wahrnehmen. Stattdessen solltest du wichtigen Text immer im HTML-Format anlegen oder in die Beschreibung des Bildes einfügen. So stellst du sicher, dass alle deine Inhalte für jeden zugänglich sind – und verbesserst gleichzeitig die Suchmaschinenoptimierung (SEO) deiner Website.

4. Responsive Bilder verwenden

Responsive Bilder passen sich automatisch an die Größe des Bildschirms an, auf dem die Website betrachtet wird. WordPress erstellt beim Hochladen eines Bildes automatisch mehrere Größen und zeigt je nach Gerät die passende Version an.

Hinweis: Lade Bilder in hoher Qualität und ausreichender Auflösung hoch, damit WordPress optimale Bildgrößen generieren kann. Dies verbessert die Ladezeiten und die Benutzerfreundlichkeit auf mobilen Endgeräten.

5. Farben und Kontraste beachten

Eine angemessene Farbauswahl und ausreichende Kontraste sind entscheidend, damit Bilder für Menschen mit Farbsehschwächen zugänglich sind. Auch wenn WordPress selbst keine Bildbearbeitungswerkzeuge für Farben und Kontraste bietet, kannst du vor dem Hochladen Tools wie Photoshop oder kostenlose Bildbearbeitungsprogramme nutzen, um die Lesbarkeit und Wahrnehmbarkeit zu optimieren.

Empfehlung: Teste die Farbauswahl mit einem „Contrast Checker“, um sicherzustellen, dass deine Bilder den Anforderungen an barrierefreie Kontraste entsprechen.

6. Plugins für Barrierefreiheit nutzen

In WordPress gibt es zahlreiche Plugins, die dich bei der Barrierefreiheit unterstützen. Hier ist ein nützliche Plugin, das sich speziell für barrierefreie Bilder eignet:

WP Accessibility: Dieses Plugin bietet allgemeine Funktionen zur Verbesserung der Barrierefreiheit, wie das Hinzufügen von „Skip Links“ (Links, die direkt zum Inhalt führen) oder das Entfernen leerer Alt-Attribute. Außerdem kannst du Bildgrößen und Darstellungen optimieren.

7. Bilder komprimieren für kürzere Ladezeiten

Barrierefreiheit bedeutet auch, die Ladezeit für alle Nutzerinnen zu optimieren. Komprimierte Bilder laden schneller und bieten besonders für mobile Nutzerinnen und Menschen mit langsamer Internetverbindung Vorteile. In WordPress gibt es Plugins wie Smush oder ShortPixel, mit denen du Bilder automatisch komprimieren kannst, ohne dabei an Bildqualität zu verlieren.

Tipp: Stelle sicher, dass deine Bilddateien unter 1 MB bleiben, um die Ladezeiten und damit auch die Zugänglichkeit deiner Website zu verbessern.

Zusätzliche Tipps für barrierefreie Bilder in WordPress

Regelmäßige Tests durchführen: Nutze Tools wie den WAVE Accessibility Checker oder eine Screenreader-Simulation, um zu prüfen, ob alle Bilder korrekt beschrieben und zugänglich sind.

Bilder in der Medienbibliothek überprüfen: Gehe regelmäßig durch die Bilder in deiner Medienbibliothek und stelle sicher, dass alle neuen Bilder Alt-Texte und relevante Beschreibungen enthalten.

Bilder nach ihrer Wichtigkeit wählen: Verwende nur Bilder, die für den Kontext der Inhalte wichtig sind, und lasse dekorative Bilder, die keine wesentlichen Informationen enthalten, weg oder kennzeichne sie als dekorativ („alt=“““).

Fazit

Barrierefreie Bilder auf einer WordPress-Website sind ein entscheidender Faktor für Inklusion und digitale Zugänglichkeit. Mit einfachen Schritten – vom Hinzufügen von Alt-Texten bis hin zur Bildkomprimierung – trägst du dazu bei, dass alle Menschen deine Website gleichermaßen erleben können. Die richtige Bildbeschreibung und die Nutzung von barrierefreien Plugins verbessern nicht nur die Nutzer*innenfreundlichkeit, sondern auch das SEO-Ranking deiner Website. Mit den genannten Techniken und Tools setzt du barrierefreie Bilder in WordPress um und schaffst eine inklusive, benutzerfreundliche Website.

Allgemeine Informationen zu barrierefreien Bildern im Web findest du hier.