Einschränkungen des Hörens

Um deine Website für alle zugänglich zu machen, ist es wichtig, auch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen einzugehen. Das betrifft insbesondere die Bereitstellung von Untertiteln, Transkripten und weiteren Hilfsmitteln für Audio- und Videoinhalte.

Podcasts

Ein vollständiges Transkript verbessert das Nutzererlebnis deines Podcasts erheblich. Es bietet eine zusätzliche Möglichkeit, den Inhalt zu konsumieren und ist besonders nützlich für verschiedene Lernstile. Transkripte können von Suchmaschinen indexiert werden und können damit die Auffindbarkeit verbessern – sie sind jedoch kein Garant für ein besseres Ranking. Der hauptsächliche Vorteil liegt in der besseren Zugänglichkeit und Nutzererfahrung.

Videos

Um Videos für alle zugänglich zu machen, ist es wichtig, Untertitel (Captions) zu verwenden. Untertitel sollten nicht nur den gesprochenen Text wiedergeben, sondern auch relevante Nicht-Sprech-Audioinformationen einbeziehen (z. B. [Applaus], [Alarmton], [Musik ändert sich]). Ein zusätzliches Transkript, das Soundeffekte beschreibt (z. B. „Maschine rattert“), bietet eine noch umfassendere Erfahrung für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen.

Für synchronisierte Medien (Videos mit Ton) gibt es bei den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) konkrete Erfolgskriterien zu Captions und Alternativen für zeitbasierte Medien. Bei Live-Inhalten haben neuere WCAG-Versionen zusätzliche Anforderungen an Live-Untertitel.

Untertitel optional zur Verfügung stellen

Optional zuschaltbare Untertitel (Closed Captions) sind empfehlenswert: sie ermöglichen, dass Zuschauer mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Sprachkenntnissen die Inhalte optimal nutzen können.

Personen mit Hörbeeinträchtigungen profitieren von den visuellen Informationen, während Zuschauer ohne diese Beeinträchtigung die Option haben, die Untertitel auszublenden. Zudem ermöglicht es eine einfache Integration weiterer Sprachen.

Videos mit Gebärdensprache

Videos mit Gebärdensprache sind aufwendiger in der Produktion, bieten aber eine hervorragende Möglichkeit, gehörlosen und hörbeeinträchtigten Menschen den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Gebärdensprachvideos sind besonders sinnvoll, wenn die Zielgruppe primär gehörlose Menschen ist. Hinweis: Gebärdensprachdolmetschung ist in vielen Normen auf höherem (AAA-)Niveau verortet und nicht immer gesetzlich auf Stufe AA verpflichtend, kann aber für Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit sehr wertvoll sein.

Hilfreiche Tools

Diese Zusammenstellung von Tools soll dich bei deiner Arbeit unterstützen und erfolgt unabhängig von kommerziellen Interessen.

Bitte beachte, dass wir nicht jedes Tool eingehend getestet haben. Nutze die Liste als Ausgangspunkt für deine eigene Recherche.

  1. Für Transkriptions: Trint, Sonix, Microsoft
  2. Für Untertitel: Veed, Adobe, Microsoft

Automatische Transkriptions- und Untertitel-Tools sind ein guter Startpunkt, ersetzen aber nicht die manuelle Nachbearbeitung. Viele Fehler (z. B. Namen, Fachbegriffe, non-verbale Hinweise) müssen geprüft und korrigiert werden. Außerdem reicht die automatisierte Prüfung allein nicht aus, um alle Barrieren zu erkennen. Ergänze automatisierte Tests immer durch manuelle Prüfungen und Nutzertests (z. B. mit Screenreader- und Gebärdensprachnutzern).