Das Internet ist für viele Menschen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es bietet uns Zugang zu Informationen, ermöglicht Kommunikation und eröffnet berufliche wie private Chancen. Doch nicht jeder kann das Web uneingeschränkt nutzen – vor allem Menschen mit Einschränkungen des Sehens stoßen oft auf große Hürden. In diesem Blogbeitrag erfährst du, welche Herausforderungen Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit bei der Nutzung von Websites haben und wie du durch barrierefreie Websites das Internet für alle zugänglich machen kannst.
Was sind Seh-Einschränkungen und und wie wirken sie sich auf Webdesign aus?
Menschen mit Seh-Einschränkungen (auch genannt Low Vision, Sehbehinderung oder Blindheit) erleben verschiedenste Einschränkungen, die unter anderem Folgendes umfassen:
- Verminderte Sehschärfe: Auch mit Brille oder Kontaktlinsen sehen Menschen nicht mehr klar.
- Farbfehlsichtigkeit: Zum Beispiel die Rot-Grün-Sehschwäche, bei der bestimmte Farben schwer zu unterscheiden sind.
- Kontrastprobleme: Schwacher Unterschied zwischen Text und Hintergrund erschwert das Lesen, besonders bei hellem Umgebungslicht oder kleinen Schriftgrößen.
- Tunnelblick oder peripherer Sehverlust: Das zentrale Sehen bleibt erhalten, das periphere Sehen ist eingeschränkt.
- Blindheit: Ein vollständiger Verlust des Sehvermögens oder stark eingeschränktes Sehen.
Diese Einschränkungen stellen dich vor besondere Herausforderungen, wenn du eine barrierefreie Website gestalten möchtest. Texte müssen gut lesbar sein, Navigation verständlich, visuelle Inhalte müssen alternativ verfügbar sein.
Typische Barrieren sehbehinderter Nutzer beim Surfen im Web
Für Menschen mit Sehbehinderungen können bestimmte Aspekte einer Website sehr problematisch sein:
1. Schlechter Kontrast und kleine Schriftgrößen
- Webseiten mit geringem Kontrast zwischen Text und Hintergrund sind schwer lesbar. Gerade für Menschen mit schlechter Sehkraft kann dies ein großes Hindernis sein.
2. Fehlende Alt-Texte bei Bildern
- Blinde oder sehbehinderte Nutzer verwenden häufig Screenreader, um sich Texte vorlesen zu lassen. Ohne alternative Texte (Alt-Tags) können sie die Inhalte von Bildern nicht erfassen.
3. Unübersichtliche Navigation
- Komplexe und verschachtelte Menüstrukturen erschweren die Navigation, besonders wenn Screenreader genutzt werden oder die Seite nicht vollständig per Tastatur bedienbar ist.
4. Schwierige Formulareingaben
- Formulare, die schlecht beschriftet sind oder deren Felder nicht gut markiert sind, können für sehbehinderte Nutzer schwer verständlich und nutzbar sein.
5. Fehlende Audiodeskriptionen
- Videos und Animationen ohne Audiodeskriptionen oder schriftliche Erklärungen sind für blinde Menschen unzugänglich, da die visuellen Informationen fehlen.
6. Fehlende Tastaturbedienung & sichtbarer Fokus
- Alle interaktiven Elemente (Links, Buttons, Formulare) müssen per Tastatur bedienbar sein. Zudem muss erkennbar sein, welches Element gerade fokussiert ist.
7. Eingeschränkte Zoom-/Skalierfunktion & responsive Design
- Inhalt muss sich gut skalieren lassen (Browser-Zoom, mobile Geräte) ohne, dass Layout kaputtgeht.
Tipps für barrierefreie Websites: So gestaltest du für sehbehinderte Menschen
Wenn du deine Websites für Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich machen möchtest, gibt es einige wichtige Maßnahmen, die du beachten solltest:
- Hoher Kontrast & flexible Schriftgrößen
- Verwende Kontrastverhältnisse gemäß WCAG (mindestens 4,5 : 1 für normalen Text). Stelle sicher, dass Schriftgrößen vergrößerbar sind, ohne dass User horizontal scrollen müssen.
- Bilder & Medien mit Alternativen versehen
- Alt-Texte für Bilder, Tastenkürzel bei Icons, Transkripte für Videos, Audiodeskriptionen.
- Strukturierte, klare Überschriften & Markup verwenden
- Nutze semantisches HTML (überschriften H1-H6, Listen, Absätze), richtiges Labeling, ARIA wenn nötig.
- Navigation & Bedienbarkeit optimieren
- Alle Bereiche der Seite per Tastatur zugänglich machen. Fokus sichtbar machen. Übersichtlich strukturierte Menüs.
- Formulare korrekt gestalten
- Eindeutige Labels, klare Fehlermeldungen, verständliche Anweisungen, Tab-Reihenfolge prüfen.
- Gesetzliche Anforderungen beachten & prüfen
- WCAG Testtools nutzen (z. B. Contrast Checker, Accessibility Checker). Prüfe, ob deine Website BITV-konform etc. ist.
Fazit: So machst du das Web barrierefrei
Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Gesetze, sondern auch der Nutzerfreundlichkeit. Durch einfache Maßnahmen kannst du deine Website nicht nur für Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich machen, sondern auch insgesamt für ein besseres Nutzererlebnis sorgen. Ein klares Layout, gut lesbare Inhalte und eine einfache Bedienung sind für alle Besucher von Vorteil.
Hier erhältst du mehr Tipps um deine Website barrierefrei zu gestalten: Zu den Posts zur Barrierefreiheit in WordPress